Archive for Dezember, 2010

Veröffentlichte Artikel zur Delegationsreise 2010

Dumelang,

heute könnt ihr einen Artikel von Marion Rotter-Becker lesen. Er wurde im Gemeindebrief der Kirchengemeinde St. Jakobi veröffentlicht.

Allen Interessierten an der Partnerschaftsarbeit einen guten Rutsch ins Jahr 2011.

Sala sentle

Frank

Die Delegationsreise zu unserem Partnerkirchenkreis Borwa II in Südafrika hat uns auch einen Einblick in die dortige Vorschulerziehung ermöglicht. Wir haben mehrere Kindergärten „Creches“ besucht.
In den Kindergruppen wurden bis zu 50 Kindern von einer pädagogischen Kraft betreut. Die Kinder waren in altershomogenen Gruppen eingeteilt. Das jüngste Kind war 8 Wochen alt.
Für die Gruppen gab es einen Raum mit einem Teppich, auf dem die Kinder saßen und ihre Übungen machten. An den Wänden hingen Bildtafeln u.a. zu den Themen: Farben und Formen, Fahrzeuge, Tiere, etc. Anhand dieser Tafeln wurde Wissen vermittelt. Die Erzieherin sprach vor – die Kinder sprachen nach. Es wurde viel mit Merksätzen gearbeitet. Schon die Dreijährigen konnten Fingerspiele und Reime allein aufsagen. Die Vorschulkinder, die 5-6-Jährigen arbeiteten an Tischen in Kleingruppen mit Legematerial, das liebevoll von den Erzieherinnen hergestellt worden war. Spielecken, Bauteppiche und Puppenecken gab es nicht.
Die Kinder wurden zweisprachig erzogen, in ihrer Muttersprache Setswana und in Englisch als Vorbereitung auf die Schule. Schreib- und Rechenübungen waren als Vorbereitung auf die Schule wichtig. Schon die Dreijährigen wurden angeleitet aus einem Pool von Namensschildern ihren eigenen Namen heraussuchen.
Die Kinder hatten einen strukturierten Tagesablauf. Die Mahlzeiten im Kindergarten hatten für die Kinder eine besondere Bedeutung, weil es für sie oft das einzige Essen war, das sie bekamen. Es gab kein Gejammer, kein „ich mag das nicht.“ Es wurde auf dem Boden sitzend mit Löffeln oder mit den Händen gegessen und die Teller waren blitzeblank. Nach dem Essen gab es Mittagsruhe. Die Kinder legten sich auf den Teppich und ruhten sich aus. Anschließend wurden die Kinder von ihren Familien abgeholt. Der Tag in der Creche war zu Ende.

—– Artikel wurde erstellt auf Watzi’s iPad

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Dezember 31, 2010 at 6:30 pm Hinterlasse einen Kommentar

Veröffentlichte Artikel zur Delegationsreise 2010

Dumelang,

wie am Ende der Reise angekündigt, möchte ich heute beginnen die bisher veröffentlichten Artikel hier einzustellen.

Sala sentle

Frank

Artikel von Frank Niemann für die Peiner Nachrichten.

Natürlich ist Südafrika ein Land voller Gegensätze. Das sehen wir schon auf der Fahrt von Johannesburg zu unseren (schwarzen) Partnergemeinden der Ev.-luth. Kirche in Südafrika (ELCSA). Golfplätze mit sattem Grün wechseln mit ausgedörrten, roterdigen Landschaften; kleine Steinhütten, die scheinbar von ihren Wellblechdächern zusammengehalten werden, wechseln mit Villen, die von hohen Steinmauern umgeben sind.
Aber wir wollten auf unserer Reise genauer hinschauen und -hören, die gelesenen und gehörten Eindrücke vertiefen. Erfahren, was unseren Partnergemeinden das Leben schwer macht oder teilen, worüber sie sich freuen. Und die gemeinsamen Projekte besprechen bzw. weiterführen, z. B. das Schulprogramm oder die Unterstützung der Aidshilfe.
Schon nach ein paar Tagen voller Programmpunkte unseres Besuches hatten wir mehr gesehen und gehört als erwartet. Und das lag an den Menschen, mit denen wir zusammengetroffen sind: Offene, freundliche Gastgeber und Gemeinden, die fast ausschließlich von Schwarzen besucht werden. Und an den Gottesdiensten: viele Kinder sind dabei und am Sonntag z. T. 60 Konfirmanden, die sich gewissenhaft auf ihre „Prüfung“ vorbereitet haben. Die Strenge der Liturgie bricht immer wieder auf durch die vielen, mit ganzem Herzen und sehr musikalisch gesungenen Lieder.
Da sind zum Beispiel Monica Nkate, Angelika Krug, C. J. Morulhe, Kathy Gavrilovitch und Marie-Luise Hiestermann.
Monica Nkate, 55, aus Mafikeng, der Hauptstadt der Nordwestprovinz, ist hauptberuflich Krankenschwester in einem kleinen Krankenhaus mit 2 Ärzten, die die Grundversorgung gewährleisten. Sie ist Mitglied im Partnerschaftskomitee des Kirchenkreises und Vorsitzende der Aidshilfe. Sie besucht, berät und pflegt die Kranken – und sie betet mit ihnen, um ihre Hoffnung und ihren Glauben zu stärken.
Angelika Krug, 55, in Schweden geborene und in Deutschland aufgewachsene Kinderärztin, lebt und arbeitet seit 1984 in Südafrika. In ihrer “Freizeit” ist sie einer der Motoren der Aidshilfe und hält die Kontakte zum Kirchenkreis Peine. Sie sagt: “Durch einige Aufklärungsprogramme und Medikamente ist es gelungen, das sich jetzt nur noch wenige Kinder infizieren. Das ist ein großer Erfolg. Das wird ein sehr großes Problem werden: Wir haben gesunde Kinder, aber die sind ohne fremde Hilfe ganz auf sich allein gestellt.”
C. Jacob Morulhe, Mitte 70, war beruflich für die Finanzen des großen Bezirkskrankenhauses verantwortlich. Ehrenamtlich verwaltete er die Finanzen seines Kirchenkreises und auch die Partnerschaftskonten. Er ist eine Respektsperson, der man zutraut, dass er die Finanzen in Ordnung hält. Er sagt von sich: “Ich bin ein alter Mann.” Trotzdem begleitet er uns auf jeder unserer Fahrten.
Kathy Gavrilovich, Mitte fünfzig, Witwe, deren Ehemann vor etwa 5 Jahren gestorben ist. In ihrer Freizeit arbeitet sie ehrenamtlich im Aidskomitee und besucht jeden Tag Aidskranke und deren Familien – und auch sie betet mit ihnen und für sie. Das Gebet ist ganz selbstverständlich dabei. „Es stärkt die Kranken, die oft dem Tode nahe sind, und mich ebenso,“ sagt sie und lächelt still in sich hinein. Außerdem hat sie bei sich zuhause zwei Kinder aufgenommen, die ihre Eltern und ihre Großeltern durch Aids verloren haben. Ganz selbstverständlich ist das für sie. Sie leistet Hilfe, wo sie ganz nötig ist.
Es hat sich sehr gelohnt, sie näher kennenzulernen.

—– Artikel wurde erstellt auf Watzi’s iPad

Position:Vor der Riede,Edemissen,Deutschland

Dezember 30, 2010 at 11:25 pm Hinterlasse einen Kommentar


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