Veröffentlichte Artikel zur Delegationsreise 2010

Dezember 30, 2010 at 11:25 pm Hinterlasse einen Kommentar

Dumelang,

wie am Ende der Reise angekündigt, möchte ich heute beginnen die bisher veröffentlichten Artikel hier einzustellen.

Sala sentle

Frank

Artikel von Frank Niemann für die Peiner Nachrichten.

Natürlich ist Südafrika ein Land voller Gegensätze. Das sehen wir schon auf der Fahrt von Johannesburg zu unseren (schwarzen) Partnergemeinden der Ev.-luth. Kirche in Südafrika (ELCSA). Golfplätze mit sattem Grün wechseln mit ausgedörrten, roterdigen Landschaften; kleine Steinhütten, die scheinbar von ihren Wellblechdächern zusammengehalten werden, wechseln mit Villen, die von hohen Steinmauern umgeben sind.
Aber wir wollten auf unserer Reise genauer hinschauen und -hören, die gelesenen und gehörten Eindrücke vertiefen. Erfahren, was unseren Partnergemeinden das Leben schwer macht oder teilen, worüber sie sich freuen. Und die gemeinsamen Projekte besprechen bzw. weiterführen, z. B. das Schulprogramm oder die Unterstützung der Aidshilfe.
Schon nach ein paar Tagen voller Programmpunkte unseres Besuches hatten wir mehr gesehen und gehört als erwartet. Und das lag an den Menschen, mit denen wir zusammengetroffen sind: Offene, freundliche Gastgeber und Gemeinden, die fast ausschließlich von Schwarzen besucht werden. Und an den Gottesdiensten: viele Kinder sind dabei und am Sonntag z. T. 60 Konfirmanden, die sich gewissenhaft auf ihre „Prüfung“ vorbereitet haben. Die Strenge der Liturgie bricht immer wieder auf durch die vielen, mit ganzem Herzen und sehr musikalisch gesungenen Lieder.
Da sind zum Beispiel Monica Nkate, Angelika Krug, C. J. Morulhe, Kathy Gavrilovitch und Marie-Luise Hiestermann.
Monica Nkate, 55, aus Mafikeng, der Hauptstadt der Nordwestprovinz, ist hauptberuflich Krankenschwester in einem kleinen Krankenhaus mit 2 Ärzten, die die Grundversorgung gewährleisten. Sie ist Mitglied im Partnerschaftskomitee des Kirchenkreises und Vorsitzende der Aidshilfe. Sie besucht, berät und pflegt die Kranken – und sie betet mit ihnen, um ihre Hoffnung und ihren Glauben zu stärken.
Angelika Krug, 55, in Schweden geborene und in Deutschland aufgewachsene Kinderärztin, lebt und arbeitet seit 1984 in Südafrika. In ihrer “Freizeit” ist sie einer der Motoren der Aidshilfe und hält die Kontakte zum Kirchenkreis Peine. Sie sagt: “Durch einige Aufklärungsprogramme und Medikamente ist es gelungen, das sich jetzt nur noch wenige Kinder infizieren. Das ist ein großer Erfolg. Das wird ein sehr großes Problem werden: Wir haben gesunde Kinder, aber die sind ohne fremde Hilfe ganz auf sich allein gestellt.”
C. Jacob Morulhe, Mitte 70, war beruflich für die Finanzen des großen Bezirkskrankenhauses verantwortlich. Ehrenamtlich verwaltete er die Finanzen seines Kirchenkreises und auch die Partnerschaftskonten. Er ist eine Respektsperson, der man zutraut, dass er die Finanzen in Ordnung hält. Er sagt von sich: “Ich bin ein alter Mann.” Trotzdem begleitet er uns auf jeder unserer Fahrten.
Kathy Gavrilovich, Mitte fünfzig, Witwe, deren Ehemann vor etwa 5 Jahren gestorben ist. In ihrer Freizeit arbeitet sie ehrenamtlich im Aidskomitee und besucht jeden Tag Aidskranke und deren Familien – und auch sie betet mit ihnen und für sie. Das Gebet ist ganz selbstverständlich dabei. „Es stärkt die Kranken, die oft dem Tode nahe sind, und mich ebenso,“ sagt sie und lächelt still in sich hinein. Außerdem hat sie bei sich zuhause zwei Kinder aufgenommen, die ihre Eltern und ihre Großeltern durch Aids verloren haben. Ganz selbstverständlich ist das für sie. Sie leistet Hilfe, wo sie ganz nötig ist.
Es hat sich sehr gelohnt, sie näher kennenzulernen.

—– Artikel wurde erstellt auf Watzi’s iPad

Position:Vor der Riede,Edemissen,Deutschland

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