Archive for Mai, 2012

Schule und Friedhof / Vierzehnter Tag

Dumelang,

Schule und Friedhof – wie passt das zusammen? Ganz einfach: Beides liegt örtlich eng beieinander.

An diesem vierzehnten Tag waren wir zu einem Besuch in der Gunzelin Realschule eingeladen. Nach der Begrüßung durch Rektor Frank Stöber hospitierte die Gruppe den Englischunterricht einer achten Klasse. Unsere Gäste waren sehr überrascht von der Disziplin der Kinder, offensichtlich hatten sie etwas anderes erwartet. Mmifi Kgosiemang erzählte mir im Anschluss, dass er vom Einsatz der Lehrerin und den Lehrmethoden sehr angetan sei. Ich kann diesen Eindruck nur bestätigen. Nach einem anschließenden Rundgang durch die Schule, stellte uns Frank Stöber das Schulsystem in Niedersachsen vor. Hierbei zeigten sich sehr deutlich die Unterschiede der beiden Länder. Vor allem, da in Südafrika die Schulpflicht nach sechs Jahren endet – im Gegensatz zu Deutschland, wo mindestens neun Jahre vorgesehen sind. An dieser Stelle bedanke ich mich sehr, dass wir hier zu Gast sein konnten.

 

Genauso unterschiedlich die Schulsysteme sind, so verschieden ist auch die Art, wie unsere Verstorbenen beigesetzt und begraben werden und welche Angebote für die Hinterbliebenen zur Verfügung stehen. Wie dies in Deutschland gehandhabt wird, erläuterten auf dem Gunzelin Friedhof Pastorin Anke Klindworth und Pastor Frank Niemann. Unsere südafrikanischen Freunde waren von den verschiedenen Begräbnisstätten wie Einzelgrab, Familiengrab (jeweils als Grab für Särge oder Urnengrab), Grab unter dem grünen Rasen, Gräber für Kinder und Frühchen sehr überrascht. In ihrer Heimat gibt es lediglich einfache Gräber für Särge.

Von der Möglichkeit, dass die Hinterbliebenen in einem Trauerhaus Hilfe bei ihrer Trauerbewältigung bekommen können, wurde sehr positiv aufgenommen. „So etwas müsste es bei uns auch geben“, war immer wieder zu hören.

Auf Grund dieses interessanten Themas kamen wir mit einiger Verspätung in der Mensa des Gynmasium am Silberkamp an. Nachdem wir uns gestärkt hatten, wurde uns kurzfristig ermöglicht, einen Rundgang durch die Schule zu machen. Bettina Gefken und Matthias Rabe führten uns durch die Schule. Auch hierbei wurden – wie auch schon an der Gunzelin Realschule – die Notizblöcke gezückt und viele Anregungen mitgenommen. Vor allem Billy Lucas Mogale war besonders interessiert. Als Direktor im Bildungsministerium der Provinz Nord West ist er in der Position, Veränderungen herbeizuführen. An dieser Stelle möchte ich mich für die Führung durch das GaS bedanken.

 

Gegen 15 Uhr endete an diesem Tag das offizielle Programm. Den freien Nachmittag in Ruhe genießen zu können, kam allen sehr gelegen. Denn fast zwei Wochen, mit einem strammen Programm, zerren doch sehr an den Energiereserven.

Sala sentle

Frank

 

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Mai 29, 2012 at 10:37 am Hinterlasse einen Kommentar

Kinder, Kinder, überall Kinder / Dreizehnter Tag

Dumelang,

die Überschrift war Programm an diesem Tag. Unsere Gäste teilten sich an diesem Tag in zwei Gruppen auf – eine besuchte den Kindergarten St. Jakobi, die andere „Mein Apfelbäumchen“ in Woltorf (Bilder und Bericht wird nachgereicht).

 

In der Peiner Kita wurden unsere Freunde durch Marion Rotter-Becker, der Leiterin dieser Einrichtung, begrüßt. Zu Beginn dieses Besuches feierten wir gemeinsam mit Pasor Frank Niemann und den Kindern der eine Andacht. Das Thema Pfingsten hat Frank Niemann für die Kinder fesselnd aufbereitet. Und bei den Liedern wurden sogar die Ältesten unter uns wieder jung. Zu sehen, wie ein fast 73 Jährige Mann mit den Kleinen gemeinsam Sing und die Bewegungen dazu macht, ist einfach nur eine Freude.

 

Beim anschließenden Rundgang wurden die Unterschiede zwischen dem südafrikanischem und dem deutschen Konzept der Kindergartenbetreuung deutlich. Das fängt an bei der Gruppenstärke und der Anzahl der Betreuerinnen. Und setzt sich fort in der Zielsetzung der Arbeit. Während in Südafrika die Kinder spätestens ab dem fünften Lebensjahr zu lesen anfangen, so wird bei uns viel mehr Wert auf motorische Fähigkeiten und Kreativität gelegt. Und das für jedes Kind individuell.

 

Nach dem Ende des Rundganges, waren wir zu einem Besuch in die Wallschule eingeladen. Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin Brigitta Beil, teilte sich unsere kleine Gruppe auf. Die einen nahmen am Musikunterricht einer ersten Klasse teil, der – so erfuhr ich später – zu tänzerischen Höchstleistungen animierte. Phestus Oupa Moletsane entwickelte sich zu einem wahren Tanzbär. Leider habe ich hierzu keine Fotos – Schade eigentlich 😉

 

Die andere Gruppe besuchte den Religionsunterricht einer zweiten Klasse. In dieser Stunde wurde die Geschichte von Josef auf eine sehr kreative Art behandelt. Wir waren sehr überrascht, wieviel die Kinder schon über Josef, seinen Vater Jakob und seine Brüder wussten. Nach Ende der Stunde wurden wir von Frau Beil durch die Schule geführt. Letzte Station war die Mensa, in der offen gebliebene Fragen besprochen wurden. Gegen 13 Uhr endete unser Aufenthalt an der Wallschule.

 

Am Ende des Tages blieb nur eines zu sagen: Einen herzlichen Dank an Marion Rotter-Becker und Brigitta Beil für die freundlichen Einladungen!

Sala sentle

Frank

 

Mai 26, 2012 at 9:44 pm Hinterlasse einen Kommentar

Bildung und AIDS in Südafrika / Zwölfter Tag

Dumelang,

an diesem Vormittag war ein wenig Freizeit für unsere Freunde aus Borwa II vorgesehen, jedoch drei ganz unermüdliche hatten sich für diesen Morgen einen Besuch in der Wohnstätte Twete 3 der Behindertenhilfe Berghöpen vorgenommen. Zusammen mit unserem Vorsitzenden Wolfgang Klingenberg verschafften sie sich einen Einblick in diese wirklich interessante Einrichtung. Eine Wohnanlage, die es so in Mafikeng nicht gibt.

 

Am späten Nachmittag begann das offizielle Programm mit einer gemeinsamen Sitzung des Partnerschaftskomitees. Wichtige laufenden und neue Projekte wurden besprochen. In diesem Zuge wurde auch die unterschriebene Vereinbarung für das neue Projekt mit dem Namen „Boitumelo“ = „Freude“ übergeben. Auch der brandneue Flyer zu „Boitumelo“ wurde vorgestellt. Interessiert? – dann klicken Sie hier.

 

Am Abend hatte das Partnerschaftskomitee zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen. Zum Thema „Leben in Südafrika“ – Bildung, Kampf gegen HIV/AIDS, Lieder und mehr, referierte Pastor Billy Lucas Mogale zu „Reformation und ihr Einfluss auf das Bildungssystem“. Mmifi Samuel Kgosiemang gab einen aktuellen Überblick zur Arbeit des Partnerschaftskomitees mit Schulen in Borwa II. Batsile Cathrine Gavrilovic bewegte die anwesenden Gäste mit einem sehr plastischen Vortrag zur Arbeit des HIV/AIDS Comitee.

 

Sala sentle

Frank

 

Mai 26, 2012 at 8:37 pm Hinterlasse einen Kommentar

Wittenberg / Elfter Tag

Dumelang,

am Montag stand der Besuch der Lutherstadt Wittenberg auf dem Programm. Für alle recht früh, machten wir uns auf den Weg. Was auch gut war, so sind wir vor dem morgendlichen Stau bei Königsluther durch gekommen. Der Fahrt war zeitlich so gut geplant, so dass wir zeitgleich mit unserem Tour Guide vor der Schlosskirche eintrafen. Erste Amtshandlung: Ein Gruppenfoto vor der Tür, an die Martin Luther seine Thesen anschlug.

Auf dem Weg durch die Stadt in Richtung Universität besuchten wir auch viele andere wichtige Persönlichkeiten. Zum Beispiel: Lucas Cranach (den jüngeren und den älteren), in dessen Gebäude heute eine Druckerwerkstatt und eine Malschule eingerichtet ist. Hierbei war der Besuch der Druckerwerkstatt besonders kurzweilig und lustig.

Etwas Besonderes für uns Lutheraner war natürlich die Wohnstätte von Martin Luther zu besuchen. Mit Originalschauplätzen der Geschichte ist das nun einmal so. An allen Stellen wurden Bilder gemacht. Dabei haben wir dann auch Martin und Katharina auf ihren angestammten Sitzplätzen getroffen (siehe Bild ;-)).

Nach dem Mittagessen hatten wir noch die Stadtkirche besichtigt. Hier erläuterte uns Pastor Gerhard Krahn viele Details zu Gemälden, zum Altar und der Geschichte die Luther hier schrieb.

Nach einer reibungslosen Rückfahrt, ging für alle ein langer, anstrengender, aber auch sehr interessanter Tag zu Ende.

Sala sentle

Frank

 

Mai 23, 2012 at 11:07 pm Hinterlasse einen Kommentar

Church Service in Edemissen und mehr / Zehnter Tag

Dumelang,

dieser zehnte Tag der Delegation aus Borwa II begann für einen Teil von ihnen mit einem gemeinsamen Gottesdienst in Edemissen. Dieser Church Service, wie der Gottesdienst auf Englisch heißt, geriet ein wenig länger, als er hier in Deutschland normalerweise gefeiert wird. Es waren zwar keine drei Stunde, wie es in Südafrika der Fall ist, aber eine Stunde und zwanzig Minuten waren es doch.

 

Und noch etwas war fast gleich: Bei einigen Liedern stand die gesamte Gemeinde. Die Anwesenden klatschten, tanzten und sangen richtig laut – nicht in allen Gemeinden ist das immer so der Fall. Mit ein wenig abwechselnder Begleitung durch Orgel, Gitarre und Trommeln und einer Choreinlage unsere Freunde wurde es insgesamt ein abwechslungsreicher Gottesdienst.

 

Direkt im Anschluss fuhren wir dann nach Gifhorn ins Mühlenmuseum. Bei herrlichem Wetter genossen wir die Ruhe und die schöne Umgebung. Und wer wollte, konnte viel dazulernen: Denn Jacob Morule entpuppte sich als Technik-Freak. Jacob konnte so viel über Mühlen und ihre Funktion erzählen, das wir keine Tafel mit Erklärungen benötigten.

 

Da für den Montag ein Ausflug in die Lutherstadt Wittenberg vorgesehen war, kam es allen sehr gelegen, diesen Tag einmal früh zu beenden und ihn in Ruhe in den Familien ausklingen zu lassen.

Sala sentle

Frank

 

Mai 22, 2012 at 11:33 am Hinterlasse einen Kommentar

Geschichte pur / Neunter Tag

Dumelang,

an diesem zweiten Familientag, hatten wir uns zu einem Familien-Ausflug nach Magdeburg verabredet. Unseren ersten Stop legten wir an der Gedenkstätte Marienborn ein. Da wir eine Führung in Magdeburg gebucht hatten, konnte es hier jedoch nur ein kurzer Stop sein. Aber zu sehen, mit welchen Mitteln hier die Reisenden kontrolliert wurden, bewegte uns alle sehr.

 

Unser erster Termin in Magdeburg führte uns ins Hundertwasserhaus. Ein solches Haus zu sehen war zuerst einmal ein wenig neu für alle. Das ein oder andere Gebäude haben wir Deutschen ja hier oder da schon einmal gesehen gehabt, aber so ein ganzer Wohnblock ist schon ein bißchen was anderes. So gut wie nichts ist gerade, alles ist bunt und kein Element gleicht dem anderen. Und das gilt Außen wie innen.

 

Im Anschluss an das Mittagessen erhielten wir eine Führung durch den Dom von Magdeburg. Größer konnte der Unterschied nicht sein – wir tauchten plötzlich in eine graue, fast nüchterne Welt des Mittelalters ein. Am Ende der Führung wurde uns und allen anderen Besuchern des Dom’s eine kleine Überraschung zu Teil: Unsere Freunde aus Mafikeng sangen als Spontanchor zwei Lieder in ihrer Muttersprache Setswana – Herrlich!

Auf dem Rückweg verschlug es uns nach Hötensleben. Hier gibt es eine weitere Gedenkstätte der Deutschen Teilung. In diesem Ort ist ein Teil der Grenzanlagen erhalten worden, um nachfolgenden Generationen die z.T. menschenverachtende Trennung von Familien und Freunden und eines ganzen Volkes deutlich zu machen.

Und wie der Zufall es so wollte, kam der Vorsitzende des Vereins Grenzdenkmal Hötensleben, Achim Walther, an der Anlage vorbei als wir unseren Rundgang beginnen wollten. Achim Walther erklärte sich sofort bereit, uns einige erklärende Worte zu der Grenzanlage selbst und zu der Zeit vor und nach der Wende zu geben. Vor allem die Worte zu der Zeit der Grenzöffnung bewegten nicht nur Achim Walther sichtlich sehr – sondern auch uns. Wir alle sind ihm sehr zu Dank verpflichtet!

Sala sentle

Frank

 

Mai 22, 2012 at 11:07 am Hinterlasse einen Kommentar

Phillip Spitta / Achter Tag

Dumelang,

am achten Tag drehte sich alles um das Thema Diakonie. Den Tag begann die Gruppe mit eine Bibel Stunde. Gerhard Krahn hatte diese vorbereitet und geleitet. Im Laufe dieser Bibelarbeit stieß Markus Lenz, Leiter des Phillip Spitta Senioren Wohnheimes, hinzu.

Markus Lanz informierte unsere Freunde über Aufbau, Organisation und Arbeitsweise/-inhalte der Wohnanlage. Um das erzählte zu vertiefen, folgte ein Rundgang durch das Seniorenwohnheim. Am Ende stand noch ein schöner Ausblick über die Fühsestadt Peine auf dem Programm.

Am Nachmittag hatten unsere Freunde einige Zeit für sich, um sich auf die nächsten Tage vorzubereiten. Deteils für die Gottesdienste am 20. Mai in Edemissen und den Pfingstmontag in Woltorf waren noch zu besprechen und Aufgaben zu verteilen.

Sala sentle

Frank

 

Mai 20, 2012 at 10:39 pm Hinterlasse einen Kommentar

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